Geschichte & Archiv

Die Geschichte der Stiftung ElsterWerk

Der Stiftungsgründung am 10. Mai 2010 gehen 20 Jahre Entwicklung voraus. Damals, am 28. Juni 1990, schlossen sich Eltern behinderter Kinder und Fachleute zu dem Verein Lebenshilfe Elsterkreis zusammen. Die Vereinsgründung erfolgte, nachdem die friedliche Revolution im Osten Deutschlands das sozialistische Staatsexperiment 1989 beendete und den Weg zur Wiedervereinigung frei machte.

Die Situation von Menschen mit Behinderung in der ehemaligen DDR war nur wenigen Insidern bekannt und bei dem überwiegenden Teil der Bevölkerung ausgeblendet. Erst die bundesrepublikanische Gesetzgebung verhilft nun allen Menschen, also auch behinderten Menschen im Osten Deutschlands zu gleichen Grundrechten. Von jetzt an beginnt durch die Lebenshilfe Elsterkreis eine unglaublich engagierte Aufbauarbeit zur Integration und Teilhabe behinderter Menschen.

Den ersten Schwerpunkt bildet der Aufbau von Ausbildungs- und Beschäftigungsstätten. Es entstehen Werkstätten für behinderte Menschen. Um die Voraussetzungen zur Durchführung von beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen zu erfüllen, schließen sich ehemalige Reha-Abteilungen in den Kreisen Herzberg (E.), Bad Liebenwerda und Finsterwalde (heute: Landkreis Elbe-Elster) vorerst zu einem Verbund zusammen. Rund 60 Werkstattbeschäftigte nehmen unter dem Namen ELSTER-WERKSTÄTTEN ihre Arbeit an zwei Standorten auf: in Herzberg (E.), Badstraße und in Bad Liebenwerda, Goethestraße. Die ELSTER-WERKSTÄTTEN  erhalten von der Bundesanstalt für Arbeit den vorläufigen Anerkennungsbescheid zum Betreiben einer Werkstatt für Behinderte.

1991 firmieren die ELSTER-WERKSTÄTTEN zur gemeinnützigen GmbH. Alleinige Gesellschafterin ist der Lebenshilfe Elsterkreis. Wenig später wird die erste Baumaßnahme in der Geschichte des Unternehmens begonnen. In der Folgezeit sollen noch viele Projekte zur Entwicklung eines flächendeckenden Netzes von Werkstätten folgen. Heute verfügen die ELSTER-WERKSTÄTTEN an 7 Standorten in den Landkreisen Elbe-Elster und Teltow-Fläming des Landes Brandenburg über ein modernes und leistungsfähiges Netz von Werkstätten. In 10 Betriebsstätten werden Menschen mit Behinderung ausgebildet, beschäftigt und betreut. Rund 250 Mitarbeitende sind im Unternehmen tätig.

1993 wird durch die ELSTER-WERKSTÄTTEN GmbH das gemeinnützige Tochterunternehmen INTAWO (Integrative Tagesstätten und Wohnen für Behinderte) GmbH gegründet. Ziel der Gesellschaft ist es, Menschen mit Behinderung eine umfassende Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Die ersten Einrichtungen der INTAWO sind die Wohnstätte Falkenberg/E. und die Integrative Kindertagesstätte Elsterwerda. Auch hier stellt sich bald heraus, dass ein gezielter bedarfsgerechter Aufbau von Strukturen dringend erforderlich ist. In den Folgejahren entsteht ein vielseitiges Wohnangebot, werden 2 Integrative Kindertagesstätten betrieben, werden die Interdisziplinäre Frühförderung und Beratung und der Familienentlastende Dienst entwickelt. 130 Mitarbeitende sind gegenwärtig im Unternehmen an drei Standorten im Landkreis Elbe-Elster tätig.

Zeitstrahl

Die Entwicklung unseres Netzwerkes zur Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft können Sie hier in Form einer Zeitstrahl PDF herunterladen.